Der Kandelbrunnen - Zeuge einer untergegangenen Siedlung?

Der Kandelbrunnen unmittelbar am Weg in Richtung Lohrbach ist eine ständig fließende Quelle, die aber auch niederschlagsbedingten Schwankungen unterliegt. Der Kandelbrunnen gehört neben dem Heiligenbrunnen zu den Quellen des Nüstenbaches:

kandelbr

Allerdings kommt das Wasser des Kandelbrunnen nicht aus dem System, das die Quellen des Heiligenbrunnens speist. Während das Wasser beim Heiligenbrunnen am 21.02.2016 stark sedimentbelastet ist (links), tritt an diesem Tag das Wasser beim Kandelbrunnen klar zu Tage:

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Die folgende Aufnahme (11.12.2017) stützt diese These. Klares Wasser aus dem Kandelbrunnen (blau) fließt in den Wassergraben, der von Quellen gespeist wird, die ca. 30 m oberhalb des Kandelbrunnens liegen (rot):

kandelbrklar

 

Das Gewann wird in den Flurkarten mit "Wüst" oder "Im Wüst" bezeichnet. Ebenso tauchen die Bezeichnungen "Kirchle" und "Schlossberg" auf. Es gibt Hinweise darauf, dass hier die Siedlung Hartheim bestanden haben könnte. Diese Siedlung war offensichtlich nicht unbedeutend: So heißt es in der ersten urkundlichen Erwähnung von Lohrbach (762)  "Larbach in marca Hartheim" also Lohrbach in der Hartheimer Mark. Warum Hartheim völlig verschwunden ist und nur noch in den Gewannbezeichnungen weiterlebt, ist ungeklärt. Denkbar ist, dass es während einem der Ungarneinfälle im 9. Jahrhundert zerstört wurde.

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