Wurstsuppe und Wellfleisch

Am

Freitag, 12. April 2019, 19 Uhr,

lädt der Verein Natur- und Landschaftsschutz Nüstenbachtal zum Wurstsuppen- und Wellfleischessen in Hildenbrands Kuhstall ein. Da Wurstsuppe und Wellfleisch eigens für diesen Tag zubereitet werden, bitten wir um Anmeldung bis spätestens Dienstag, 9. April 2019 per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder mündlich bzw. telefonisch bei einem NLN-Vorstandsmitglied. Für das Essen wird ein Kostenbeitrag erhoben.

Vor Jahrzehnten war es in Nüstenbach selbstverständlich, dass ein Schwein zu Hause geschlachtet wurde. So eine Hausschlachtung war ein besonderes Ereignis: Neben dem Metzger arbeiteten Familienangehörige, Nachbarn oder Verwandte als Helfer. Am Ende eines solchen anstrengenden Tages gab es dann für die Helfer eine besondere Belohnung: das Wellfleisch. Dieses, auch Kesselfleisch genannt, besteht aus Fleisch vom Bauch und vom Kopf, gelegentlich auch Innereien, direkt im Schlachtkessel gekocht. Dazu gab es als Gewürz Pfeffer und Salz, eventuell Senf, und als Beilage deftiges Brot und oft auch Sauerkraut.

Die Brühe, in der man das Fleisch sowie die Leber- und Blutwürste köchelte (!), wurde als Wurstsuppe (Kesselsuppe) verwendet. Da die anfallende Menge meist von der Familie nicht allein bewältigt und auf Grund fehlender Kühlmöglichkeiten auch nicht lange aufbewahrt werden konnte, war es Brauch, auch Freunde und Nachbarn mit Wurstsuppe zu versorgen. Meist wurde die Wurstsuppe in Milchkannen gebracht oder abgeholt. Andererseits wurde man von den Nachbarn mit Wurstsuppe beliefert, wenn die geschlachtet haben. So war es nicht verwunderlich, dass Wurstsuppe während des Winters häufiger auf den Tisch kam. Sie war besonders schmackhaft, wenn beispielsweise wegen zu starkem Aufkochen oder zu kräftigem Rühren die eine oder andere Wurst aufgeplatzt war.